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Altenheerse – St. Georg

Der jetzige Ort Altenheerse war – umgeben von inzwischen untergegangenen Siedlungen wie Langeneisine, Wirdessen, Edelersen, Valehusen, Guntersen und Schonloh – im 9. Jh. Hauptort dieser Gemarkung und hieß Herisi. Im Jahre 868 gründete der damalige Paderborner Bischof Liuthard mit seiner Schwester Walburga in der Gemarkung von „Herisi“ das adelige Damenstift „Heerse“ (Neuenheerse).
Urkundlich erwähnt wurde Altenheerse erstmalig 1066 in einer Schenkungsurkunde König Heinrichs IV. und wurde Altinherisi genannt. Um 1200 wird erstmals ein Amtshof des Damenstifts Neuenheerse erwähnt, die Gutsanlage Schoenkaes.
Heute leben rund 380 Einwohner am Fuße des Himmelsbergs.


Links und Informationen


Pfarrkirche St. Georg

Die im frühromanischen Stil erbaute Pfarrkirche ist einschiffig, zweijochig und besitzt ein Kreuzgewölbe; sie ist aus heimischem Kalkstein erbaut. Der Kirchbau weist auf eine frühe Einrichtung der Pfarrei hin – 1224 wird ein Pfarrer Andreas genannt.
Die Kirche wurde an der Nordseite im 17. Jahrhundert durch die Sakristei, das Querhaus und Apsis im Jahr 1896 erweitert; renoviert 1969 bis 1972 und 1989/90.
Der ursprüngliche Altar stammt aus der Zeit um 1520.Der Schutzpatron ist der Heilige Georg. Er wird als Ritter dargestellt, wie er seine Lanze in den Körper des Drachen bohrt. Georg wurde geboren im 3. Jh. in Kappadozien (heute Türkei); gestorben um 305 vermutlich in Nikomedien (heute Türkei).
Das Patronatsfest wird jedes Jahr am 23. April (Sonntag nach dem 23.04.) mit einer Prozession unter Beteiligung der St. Fabian und Sebastian Schützenbruderschaft von 1593 begangen.
Glockengeläut

Himmelsbergkapelle

Nördlich von Altenheerse erblickt man auf dem so genannten „Himmelsberg“ eine kleine Kapelle. Von dort oben hat man nicht nur einen herrlichen Weitblick über die Umgebung, sondern auch noch eine gute Gelegenheit zu einem kurzen Gebet.
AH_HimmelsbergkapelleDiese Kapelle ist im Jahre 1948 von zwei Brüdern mit tatkräftiger Unterstützung der übrigen Dorfbewohner erbaut worden. Damit fand ein über 200 Jahre alter Plan nach verschiedenen Anläufen seine Verwirklichung. Im Jahre 1742 verstarb der ledige Fritze Knerten und hinterließ seinen Brautschatz von 40 Talern. Dieses Erbe sollte zum Bau einer Kapelle auf dem Himmelsberg verwendet werden, zu dem schon zu dieser Zeit jährlich eine Prozession führte. Aber noch 20 Jahre nach dem Ableben wurde über die Verwendung des Nachlasses gestritten und damit scheiterte damals der Plan zum Bau der Kapelle.
In der Mitte des 19. Jh. schien der Bau nun endlich realisiert werden zu können. Eine erneute Spende von 40 Talern führte nämlich dazu, dass Steine gebrochen und zum Bauplatz gefahren wurden. Aus bisher unbekannter Ursache scheiterte dieser Versuch ebenfalls, und die angefahrenen Steine wurden verkauft.
Nachdem schließlich Pfarrer Simon die Pfarrei in Altenheerse übernommen hatte, begann er 1872 den Kapellenbau erneut voranzutreiben. er erbat schriftlich die Baugenehmigung vom Generalvikariat in Paderborn. In seinem Schreiben, dem er eine Bauzeichnung beifügte, wies er auf den in der Gemeinde noch immer bestehenden Wunsch nach dem Bau einer Kapelle auf dem Himmelsberg hin. Die benötigten Baustoffe hoffte Simon billig in Willebadessen zu bekommen. Dort wollte Freiherr von Wrede eine Mauer des Klosters und die Totenkapelle abbrechen lassen. Die kirchliche Behörde in Paderborn erteilte eine Baugenehmigung unter dem Vorbehalt, dass die Baukosten abgedeckt seien. Die Realität sah jedoch kurze Zeit später ernüchternd aus. Nur zwei Frauen aus Altenheerse waren zu einer kleinen finanziellen Spende bereit. Damit war auch dieser hoffnungsvolle Versuch zum Bau der Kapelle gescheitert. Erst nach dem 2.Weltkrieg, wohl auch in Erinnerung an diesen schrecklichen Krieg, wurde die Kapelle auf dem Himmelsberg gebaut. Damit fand die Muttergottesstatue, die bislang bei Wind und Wetter auf einem Sockel im freien gestanden hatte eine würdige „Wohnung“.

(aus der Festzeitschrift „50 Jahre Himmelsbergkapelle)

 

Die Inschrift lautet: „Zur Mutter wollt Ihr allzeit flehn daß schwere Stürm vorüber gehn
Die Inschrift in den Fenstern lautet: Bete (linkes Fenster), Arbeite (rechtes Fenster)

 

 

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