Home / Mitteilungen / Gedanken zur Fastenzeit

Gedanken zur Fastenzeit

Liebe Mitchristen im Pastoralverbund !

Die Fastenzeit soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte.

Wer schon einmal gefastet hat, weiß was es bedeutet auf Speisen, materielle Dinge und geistige Erbauung zu verzichten.

  • Als Fasten wird die völlige oder teilweise Enthaltung
  •  von allen oder bestimmten Speisen, Getränken und Genussmitteln
  • über einen bestimmten Zeitraum hinweg,
  • üblicherweise für einen oder mehrere Tage bezeichnet.

(Definition bei Wikipedia)

Ich erinnere mich an meine Fasten- und Meditationsseminare im Sonnenhaus der Benediktiner in Beuron. Wir Teilnehmer wurden in spartanisch eingerichteten Stuben untergebracht. Das Waschwasser kam kalt aus dem Wasserhahn auf dem Flur. Zum Frühstück gab es eine Tasse warme Milch und eine Scheibe selbstgebackenes Graubrot aus der Sonnenhausküche. Zu Mittag hatten wir eine Gemüsebrühe. Das Abendbrot war wie das Frühstück. Zwischen den Mahlzeiten trafen wir uns zu Gebet und Meditation. Mit einem geistlichen Impuls gingen wir in die Nachtruhe. Auf Fernsehen, Mobiltelefone, Alkohol, Rauchen wurde verzichtet. Gespräche zwischen den Teilnehmern waren nur zu festgelegten Zeiten mit eingeschränkter Dauer möglich. Aber dieses nahmen ja alle Teilnehmer gewollt und freiwillig auf sich.

Das Gegenteil der Freiwilligkeit habe ich dann zusammen mit meiner Frau mehrfach in Äthiopien kennengelernt. Hier haben wir erlebt, wie Familien aus Mangel an Nahrung ein notgedrungenes Fasten erfahren. Wenige oder keine Lebensmittel, kaum Wasser, dazu in einer Unterkunft zu leben, in der wir im Wohlstand lebenden Menschen nicht einmal einen Hund einsperren würden. Auch wir hatten oft kein Wasser und mussten von dem leben, was der Garten der Ordensgemeinschaften oder der Priester hergab. So haben auch wir gelernt zu leben wie die Menschen in Äthiopien.

Lernen wir das freiwillig gewollte Fasten, in jeder Beziehung, dann können wir auch leichter angemessen auf notgedrungenes „Fasten“ reagieren.

So wünsche ich Ihnen und Euch eine gelingende, dem Körper und dem Geist, heilbringende Fastenzeit.

Für das Pastoralteam Diakon Klaus Krekeler

Top