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Begleiter durch die Fastenzeit

Da derzeit weiterhin keine Präsenzgottesdienste stattfinden, laden wir am zu einem persönlichen Besuch der Kirche vor Ort ein.

Dort liegt ein geistlicher Impuls zum Aschermittwoch bzw. der Fastenzeit aus, der mit nach Hause genommen werden kann. Auch ein kleines Geschenk (Herz) dürfen Sie sich gerne mitnehmen.

 


Die Augen des Glaubens

Ein Missionar sucht monatelang nach einem Wort für „Glaube” in der Papuasprache. Eines Tages kommt ein Eingeborener zu ihm und sagt: „Du erzählst uns von Jesus und sagst, er sei für uns gekreuzigt und auferstanden. Hast du Jesus gesehen?” – „Nein.”
„Bestimmt aber dein Großvater!” – „Auch nicht.”
„Dann lebt Jesus gar nicht in deiner Heimat, woher weißt du dann, dass Jesus lebt?”
Unterdessen hatte sich eine Wolke vor die Sonne geschoben.
„Siehst du die Sonne?” fragte der Missionar.
Der Mann schüttelte den Kopf.
„So ist es auch mit Jesus. – Die Sonne scheint, auch wenn du sie nicht siehst.
Ich sehe Jesus nicht und weiß doch, dass er lebt!”
Der Mann dachte lange nach, dann sagte er: „Ich verstehe dich. Dein Auge hat Jesus nicht gesehen, aber dein Herz kennt ihn. Mit dem Herzen hast du Jesus gesehen!”
Nun hatte der Missionar das Wort für „Glaube” gefunden: „Jesus mit dem Herzen sehen”.

(Autor: Paul Mik)


Am Aschermittwoch machen wir uns auf den Weg zum Osterfest. Unsere Zeit ist geprägt von Unsicherheit, Sorgen und Ängsten. Gehen wir gemeinsam und vertrauensvoll diese 40 Tage bis Ostern und nutzen die Zeit, um uns auf das zu besinnen, was wesentlich ist im Leben und auf den, der uns immer wieder neu zur Umkehr einlädt: Jesus Christus.

Fastenzeit, österliche Bußzeit, eine besondere Zeit,
Zeit zum Innehalten, Aufatmen, Still werden, Aufbrechen, Wagen, Verzichten, Vergeben, Leben … gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit kann weniger zu mehr werden. Trotz Regeln, Beschränkungen, Kontaktverbot. Lassen Sie sich tragen von Gedanken der Hoffnung und der Zuversicht, wie sie uns der Psalm 27 anbietet:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten. Der Herr ist die Kraft meines Lebens, vor wem sollte mir bangen.

In dieser Gewissheit nutzen wir die Zeit und erkennen, welch großes Geschenk unser Leben ist, ohne dass ständig etwas los ist. Wesentliches, das unser Leben ausmacht, haben wir nicht in der Hand. Jeden Tag dürfen wir uns mit unzähligen Selbstverständlichkeiten beschenken lassen … das Aufstehen am Morgen, eine gute heiße Tasse Kaffee oder Tee, Sonnenstrahlen nach langen Regentagen, die ersten Schneeglöckchen unter der Hecke, das Gefühl von Ruhe und Frieden, weil wir dort leben dürfen, wo kein Krieg herrscht.
Und Dankbarkeit führt zum Nachdenken, führt uns zu uns selbst, lässt uns kritisch Stellung beziehen zu unserem Alltag, zu unserem Glauben. Jeden Tag ein paar Minuten reichen aus und rasch werden wir feststellen, dass da noch was geht, dass da noch Freiräume sind für Veränderung. Dass Dankbarkeit froh macht, befreiend wirkt und geteilt werden will. Unsere Gedanken werden hell und richten sich auf das Positive, stecken andere an …
Und vielleicht gehen wir Ostern entgegen in dieser neuen Freude und mit dem Blick auf die Menschen neben uns. „Jesus mit dem Herzen sehen“ und im Gebet füreinander wissen wir uns verbunden und spüren was dem anderen gut tut.
Eine gute heilsame Zeit! Werden wir einander zum Segen!

Ihr Pater Josef

 

 

 

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